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Obwohl höchstens 500 Teilnehmer den zweiten Sternmarsch der vom Braunkohletagebau Jänschwalde-Nord bedrohten Dörfer Atterwasch, Grabko und Kerkwitz in der Gemeinde Schenkendöbern begleiteten, wertete die Umweltgruppe Cottbus die Aktion als Erfolg. Großer Protest gegen das Abbaggern sieht doch anders aus. Gebracht hat es aber die Aufmerksamkeit in der regionalen Presse. So konnte auch gleich Werbung für ein neues Informationsheft der Grünen Liga gemacht werden. In dem sieben Lausitzer ihre Sicht zu neuen Tagebauen kundtun. Natürlich kam dabei kein Befürworter zu Wort.
Das die Fronten verhärtet sind, weiß jeder der die Nachrichten verfolgt. Leider werden die angeblichen Argumente nicht aus neutraler Sicht hinterfragt. So prangert man Vattenfall an dass durch die kostenlose Verteilung der Verschmutzungszertifikate enorme Gewinne gemacht worden sind. “Doch das ändert sich: mit weniger kostenlosen Zertifikaten in der zweiten Handelsperiode 2008 –2012 sinken die Gewinnspannen der Kohlekraftwerke, weil für hohen CO2-Ausstoss nun tatsächlich Zertifikate zugekauft werden müssen.” Nun werden durch die geringeren Erträge auch die Gewerbesteuern weniger. Das ist natürlich schlecht für die betroffenen Gemeinden aber glaubt jemand im ernst, dass Vattenfall absichtlich auf Gewinne verzichtet. Und wenn Kohlekraftwerke unrentabel werden, werden diese auch ganz schnell aus der Landschaft verschwinden. Der Boom der Solarenergie der letzten Zeit basiert doch nur auf einer massiven Subventionierung. Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland schreibt eine Vergütung von mehr als dem Zehnfachen der marktüblichen Elektrizitätspreise für Solarstrom vor. Dabei beträgt der Anteil an der Deckung des Elektrizitätsbedarfs nicht einmal ein Promille. Daher ist die Relevanz für den Klimaschutz derzeit ohnehin nur marginal.
Klar ist, dass die Umsiedlung von Menschen immer mit Widrigkeiten verbunden ist. Hier sind großzügige Entschädigungsregelungen gefragt. Die Menschen die Cottbus, Hoyerswerda etc. vom Stadtumbau betroffen waren und noch sein werden, hätten sich sicher auch mehr Unterstützung gehabt.