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Es werden noch einige Jahre ins Land gehen, ehe die Flutung des künftigen Ostsees nördlich von Cottbus beginnen kann. Dieser noch lange Zeitrahmen kann aber auch zum Segen für die Wasserqualität des neuen Gewässers werden.
Bekanntlich besteht bei den meisten Restseen das Problem, dass durch das einsickernde Grundwasser, welches aus den Kippen gelöstes Sulfat und Eisen mitführt, der See einen sauren PH-Wert bekommt. Federführen unter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) wurden schon etliche Verfahren erprobt, die alle einer Versauerung der im Zuge der Bergbau-Nachnutzung entstandenen Seen entgegenwirken. Das geht vom Einbringen alkalischer Produkte in den See, Anlagen zum mikrobakteriellem Abbau der Säurebildner bis hin zu physikalischen und elektrochemischen. Einige Ansätze sind dabei sehr viel versprechend.
Nun hat die LUG (Lausitzer Umwelt-Gesellschaft) Engineering GmbH, eine Tochter der Cottbuser Ingenieurgesellschaft eta AG ein Verfahren vorgestellt, das erstmals CO2 nutzt, um die Neutralisation saurer Tagebauseen nachhaltiger zu machen. Aufbauend auf der Wirksamkeit neutralisierender Substanzen wie Kalkhydrate, Kalksteinmehl, Kalkmilch, Natronlauge oder Soda, soll ausgerechnet das Einbringen von CO2 eine deutliche Verbesserung der Langzeitwirkung der Neutralisation bringen. Die LMBV stellte dafür den Redlitzer See (Restloch Tagebau Seese-West) bei Lübbenau zur Verfügung.
Bestätigt sich die angenommene Wirkung, dann wäre die wirtschaftliche Bedeutung des von der LUG zum Patent angemeldeten Verfahrens beträchtlich: Mit der gleichen Menge alkalischer Produkte ließe sich eine wesentlich längere Neutralisationswirkung erzielen. Zukünftige Restseen, also auch der Ostsee, können dann kostengünstiger und nachhaltiger zu der angestrebten Wasserqualität geführt werden und schneller zur geplanten Nutzung übergeben werden. Auch für das leidige Thema CO2 gäbe es so einen kleinen Schritt zur Gesamtlösung.